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Posts mit dem Label "beraterjargon" werden angezeigt.

M - mächtig sein (ein Tool)

 

Der QuickAnalyzer ist sehr mächtig. Er kann beliebig mit Lua oder Python customized werden!

Markus Schlöter-Klötenhannes präsentiert dem Greenhorn sein selbst entwickeltes Tülchen (verniedlichend für "Tool").

 

Beispiele

  • "Eclipse ist ein mächtiges Entwicklertool"
  • "Der T-Rex Analyzer ist schon sehr mächtig. Discounted Cashflows einfach einspielen. Da muss hier und hier einfach nur das Häkchen gesetzt werden" 
  • "Der Luis hat da ein mächtiges Excel-Tool gebaut. Hier die Daten reinklopfen und da verlinken, dann auf den Knopf drücken"
     

Definition

  • Ein Softwaretool mit vielen Funktionalitäten. Sagt erst mal nichts über andere Qualitäten aus, sondern nur, ob prinzipiell damit etwas gemacht werden kann.

 

Hintergrund

  • Meist will der IT-Recke damit andeuten, dass er sich Jahrelang mit der Mühle beschäftigt hat und nur er die Hebelchen und Schalter alle kennt. Das geht so lange gut, bis eine neue, einfacher zu bedienende Software den alten Hobel ablöst
  • Kommt wahrscheinlich aus der Mathematik (Potential) und aus Starwars. Verschleiert die profane Mechanik dahinter. 

 


R - sich reinfuchsen in etwas


Der Theo hat sich das ratz-fatz reingefuchst. Er ist Physiker, liesst uns den IFRS Standard und fertig ist die Laube!

Marius Dillenburger am Tresen vom Starnberger im Gespräch mit der Gothaer

 

Beispiele

  • "Der Walze hat sich in das SAP Fiori hineingefuchst. Er wird uns das ratzfatz customizen."
  • "Ein bisschen ABAP brauchst Du auch noch, in den Standard fuchst Du Dich schon rein" 
  • "Da werde ich mich schon reinfuchsen. Das Self-Service-ML-Modul ist sehr mächtig."
     

Definition

  • Sich in ein komplexes Thema einarbeiten. 

 

Hintergrund

 


D - "de-scopen"

Vorschlag Kolja; Wir de-scopen die UX-Experience Tests. Feature-Function-Fucking reitet uns nur in die Grütze.

Kollege Walze stellt den Konkurrente Kolja Koliander in den Senkel und erntet heftiges Nicken vom Steering Commitee.

 

Beispiele

  • "Vorschlag Kolja; Wir de-scopen die UX-Experience Tests. Feature-Function-Fucking reitet uns nur in die Grütze."
  • "Dafür haben wir kein Budget. Alles was nicht im Budget ist, müssen wir de-scopen."
  • "Das sind must-haves. De-scopen ist keine Option. Hier muss Frank den Geldbeutel für uns aufmachen."

 

Definition

  • Etwas aus der Planung herausnehmen.
  • Ein Feature, welches auf dem Plan stand, zur Kategorie "Wünsch-Dir-was" gehört und Scope creep zu werden droht, aus dem Lieferkatalog entfernen.

 

Hintergrund

  • Es gibt viele, viele Dinge, die sich im Laufe des Projektes als unnötige herausstellen. Diese könnne aus der Planung heraus genommen werden könne. 
 
 

Z - Auf die Zeitachse/Zeitschiene legen

Allright, Jungs, wir müssen, die Jira-Items noch auf die Zeitachse legen. 

Team-Lead Morten KrotzReiki

 

Beispiele

  • "Der Kaer Dalben legt die Arbeitspakete noch auf die Zeitschiene und muss der Kunde noch mit der Beauftragung um die Ecke kommen"
  • "Lass uns noch fix die Jira-Items auf die Zeitschiene legen"

 

Definition

  • Arbeitspakte jeweils anhand von Meilensteine terminieren
  • Arbeitspakete / Jira Items von einer Liste auf die eine Zeitplanung übertragen

 

Hintergrund

  • Manager meinen, dass sich alles mögliche immer Linear darstellen lässt. Das nennt sich Ableitung. Entsprechend passt der Begriff Zeitschiene ganz gut.  
  • "Zeitschiene" ist wahrschenlich nur ein Lapsus. Klingt aber gut und prägnannt. Die Eisenbahner freut es. 

 

U - unterwältigend / unterwältigt


Das Kommunikationsverhalten von Herrn Walze wie auch der ganze bisherige Projektverlauf haben mich ziemlich unterwältigt!

Valerian Wittelmann ist zum Prokurement Stabsleier aufgestiegen. Hat den Kragen voll.

 

 

Beispiele

  • Kunde zum Projektleiter:"Das Kommunikationsverhalten von Herrn Walze wie auch der ganze bisherige Projektverlauf haben mich ziemlich unterwältigt!"
  • Berater zu Kollegen: "Kollege Meckermann war wieder mal unterwältigend unterwegs."

 

Definition

  • Negativ überrascht.
  • Enttäuscht.
  • Das Gegenteil vom Gefühl der Begeisterung.

 

Hintergrund

  • Schöne Direktübertragung vom engl. "underwhelming"
  • Im Film "Up In The Air" wird es von der Junior Outplacement-Beraterin gebraucht. Treffend synchronisiert.

M - Melden macht frei


Melden macht frei! Wenn Dir das System abraucht, schickst Du eine Mail an den Admin und setzt mich in CC!

Kollege Walze an Junior Dorsch McMilliman

 

Beispiele

  • Senior zu Junior: "Du weißt ja, Melden macht frei". 
  • Projekthengst beim Teammeeting: "Hier gilt die Devise: Melden machte frei!"
  • Kollege Walze an Junior: "Es gilt: Melden macht frei! Wenn Dir das System abraucht, schickst Du eine Mail an den Admin und setzt mich in CC!"

 

Definition

  • Entledigung der eigenen Verantwortung durch frühzeitiges Melden von Schwierigkeiten

 

Hintergrund

  • Soldatenjargon (Siehe Vorgesetztenordnung)
  • Einige der Berater haben Teamführung beim Militär gelernt und meinen dies nun auf eine zivilisierte Struktur übertragen zu müssen.
  • In sehr einfach gestrickten Arbeitsverhältnissen funktioniert das auch ganz gut, ansonsten kann es sehr nervig werden. 
  • Wirklich wichtige Basisfähigkeit des Juniorberaters. Es gilt Cover your Ass! Schnell kann sonst nämlich ein erster Projekteinsatz auch ein letzter Projekteinsatz sein.  
  • Gehört zur Verteidigungskultur in der Beratung

 

B - Back Fill

Der Alois ist unser Experte für die BW-Schnittstelle. Wenn er fehlt, fahren wir mein Team sauer. Ohne Back-fill gebe ich den nicht raus!

Kollege Walze verlässt mit hochrotem Kopf  den Glaskubus seines Chefs

 

Beispiele

  • "Ahoi! Liebe Kolleginnen und Kollegen, unser PL (Programm-Leiter) Holger Charuso hat mir das DQL-Projekt anvertraut. Doch keine Sorge. Für mich wird es ein back-fill geben"
  • "Der Alois ist unser Experte für die BW-Schnittstelle. Wenn er fehlt, fahren wir mein Team sauer. Ohne Back-fill gebe ich den nicht raus". Mit diesen Worten verlässt Kollege Walze mit hochrotem Kopf den Glaskubus seines Chefs.

 

Definition

  • Eine Fachkraft wird aus einer Linientätigkeit herausgezogen für ein wichtiges Projekt. Dadurch fehlt diese Fachkraft und muss ersetzt werden. Damit die Linienmanager da mit geht, muss die Fachkraft "nachgefüllt" werden.
  • Nachbesetzung einer Ressource, die aus aus einem Projekt oder einer Linientätigkeit herausgezogen wird.

 

Hintergrund

  • Werden Ressourcen aus einem Projekt oder einer Linienträtigkeit rausgezogen entsteht ein Vakuum. Dieses wird - wenn es in die Planung passt -
  • Klingt einfach harmloser und weniger nach Jammerei, über fehlende Ressourcen, die der Program-Manager sowieso nicht mehr hören kann (weil er kein Budget bekommt)
  • Klingt nach Refill, also das Limonaden-Getränkt darf nochmal aufgefüllt werden
  • Unterstellt, dass es einen objektiven Sollzustand in Bezug auf Anzahl der Ressourcen gibt. Bloss nicht auf mehr Effizienz abheben und das eigene Team schrumpfen lassen!

 

R - reingreifen


"(...) und dann habe ich der PL gesagt, dass der Wasserfall-Ansatz total 90er ist und wir Scrum gar nicht richtig leben würden. Da habe ich voll reingegriffen!"

Norma Paulisen, am dritten Tag hres Einsatzes als Beraterin im Hotel Mövenpick an der Bar mit Projektonkel Gregor Hummel

  

Beispiel

  • Projektonkel Dumbo: "Da muss ich mal reingreifen, die Jungs vom B&D bekommen nichts auf die Kette. Wir wollen das Projekt doch zum fliegen bringen!"
  • Norma Paulsen: (...) und dann habe ich der PL gesagt, dass der Wasserfall-Ansatz total 90er ist und wir Scrum gar nicht richtig leben würden. Da habe ich voll reingegriffen!"

 

Definition

  • Massiv intervenieren
  • Aber auch: Große Fehler machen

 

Verwendungshinweis

  • Reingreifen: In das Steuer bei voller Fahrt. Schön beim Juniorberater reingreifen. Zuspitzung von eingreifen.
  • Reingreifen: In die Sch... gegiffen, ins Klo gegriffen... D.h. Fehler gemacht.
  • Vorsicht: Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt! Je nach Kontext kann reingreifen einmal so oder so gemeint sein."

 

B - on the beach ( bei Mac Kinsey)


Walze, das heißt nicht auf der Bench! Das heisst on the beach bei uns Mackies!

McKinsey Berater (am offenen Balkon im Hawaiihemd)

 

Beispiele

  • 0815-Berater (z.B. Kollege Walze): "Ich bin schon seit vier Monaten auf der Bench und seit drei Tagen auf KUG (Kurzarbeitergeld, welches in der Wirtschaftskriese ausgezahlt wurde)"
  • McKinsey Berater (am offenen Balkon im Hawaiihemd): "Hallo, Herr Walze, haben Sie Lust auf eine Party. Ich habe derzeit frei. Ich bin on the beach *gggg*. Mein Freund war gerade zum Frühstück in New York und weiht morgen seine neue Gallery ein."
  • Partner Hanse: "Erst müssen wir die Bench leerräumen. Dann, wenn die Kriese vorbei ist, stellen wir wieder neue Leute ein."

 

Definition

  • eigentlich: "auf der Bench sitzen"
  • Berater ohne Projekt, also auf der Ersatzbank sitzend, bis es wieder neue Aufträge gibt

 

Hintergrund

  • Größere Beratungsunternehmen, wie McKinsey, Kienbaum etc.  haben eine Art inneren Arbeitsmarkt in dem es auch eine Natural Rate of Unemployment gibt. D.h. es oft auch Berater, die ohne Projekt sind. Da aber bei McKinsey und Co alle cool sind, gibt es hier keine "Projektlosen".
  • Analog zum Arbeitslosen, der sich als Privatier bezeichnet. Immer schön optimistisch bleiben!

 

S - Sprachregelung, die

Der Loris Malte Lauren-Pfeifenkötter ist beim letzten Team-Meeting ausfällig geworden. Hatte schon ein paar Jäger-Bomb intus. Das geht gar nicht. Wir müssen uns da auf eine Sprachregelung einigen.

  Harald Dalben zu Gregor Hummel mit glasigen Augen am Tresen im Best Western.

 

 

Beispiele

  • Junior Habermas: "Geht klar. Unsere Sprachregelung ist, dass die Erweiterung des Funktionsbausteines eine Scope-Erweiterung ist. Ich werde dsas gleich mal beim Holger Walkenberger (Projektsponsor vom Accounting) plazieren. "
  • Hans-Heinz Bribander, vorwitzig zu Gregor Hummel: "Wie ist den hier die Sprachregelung? Ist es ein Issue oder ein zusätzliches Requirement?"

 

Definition

  • Abstimmung zwischen Beratern bezüglich der Kommunikation mit dem Kunden
  • Abstimmung zwischen Beratern bezüglich der Verwendung von Begriffen und Terminologien, um den Themne eine bestimmte Richtung ("Spin") zu geben. 
  • Wikipedia: Nach der Definition des DWDS ist Sprachregelung eine „auf Manipulation abzielende Regelung, die eine bestimmte sprachliche Darstellung eines Sachverhalts fordert, wobei wesentliche Aspekte dieses Sachverhalts entstellt oder außer Acht gelassen werden“.

 

Hintergrund

  • Die Sachverhalte sollen in einem günstigen Licht erscheinen. Beraterinnen und Berater betätigen sich gerne mal als Spindoktoren (siehe Wikipedia). 
  • Kann auch nach hinten losgehen, wenn der Kunde, dem Beratungsunternehmen auf die Schliche kommt, beispielsweise durch eine verirrte Mail. 

 

S - Scope creep


Scope Creep, my a**! Datenqualität ist Teil der Requirements. Davon weiche ich keine Jota ab!

Quality Steward, Harald Dalben wird bei der Zuteilung von Ressourcen übergangen und steigt aus dem Sattel

 

Beispiele

  • Projektmanager Paule: "Liebes Steuerungs-Board, wir haben mal wieder einen scope creep."  
  • Heinz Blackbarry: "Moving Targets können wir uns nicht leisten. Accenture reitet uns mit dem Scope creep noch in die Grütze"
  • Projektmichel: "Laut IPMA und Iltis, äh ich meine ITIL liegt hier ein klassischer Scope Creep vor".

 

Definition

  • Abweichung von den im Projekt festgelegten Zielen (scope)
  • Wörtlich: Projekt-Schleichen, Projekt-Kriechen

 

Hintergrund

 

B - Business case, der


Was soll den bitte der Business Case daran sein? Das kannst Du in die Tonne kloppen!

Siglinde Friesenkötter-Stolzenburg von Storch, falted Hans Heinz zusammen

 

 

Beispiele

  • Walze hat einen Termin beim Kunde. Kunde: "Was soll denn bitte hier der Business-Case sein? Können wir das noch konkreter formulieren?"
  • Kunde: "Wir habe da keinen Case. " 

 

Definition

 

Hintergrund

  • Wichtig beim Erstkontakt im Vertrieb, aber auch als Argumentationshilfe beim Entscheider auf Kundenseite.
  • Möglichkeit, dem BWLer jeden Mist zu verkaufen, solange er als Business Case beschrieben wird

 

K, Ks


50 K müssen diese Woche nochmal drin sein, sonst fliegt die Sache nicht!

Account Manager Archibald Bernheimer (trägt gerne die Goldbarren raus)

 

Beispiele

  • Berater zum Kunden während einer Presales -Veranstaltung: "Das ganze wird Sie ungefähr 300K extra kosten."
  • Account Manager für die Deutsche Bank: "50 K müssen diese Woche nochmal drin sein, sonst fliegt die Sache nicht."
  • "Kei" aussprechen (english)

 

Definition

  • Bedeutet 1000. Kommt von "Kilo".

 

Hintergrund

  • Reine Übernahme aus dem Englischen. Auf Deutsch könnte man evtl. besser auch "T" oder "Ts" sagen. 
  • "TEUR" zu sagen kommt extrem sparkassenmäßig und kommt somit nicht Beraterslang-compliant rüber.
  • Für Alle, die es gewohnt sind, ganz locker aus der Hose zu atmen!
  • »Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: ›Sie haben sich gar nicht verändert.‹ ›Oh!‹ sagte Herr K. und erbleichte.«  (Berthold Brecht)

 

T - kein Thema sein


Die Jobs schedulen? Kein Thema, mache ich Freitag und stosse die Jobketten an.

Hans-Heinz Bribander, erst ein halbes Jahr im Job und voll motiviert.

 

Beispiele

  • Projektleiter zum Junior: "Schlau Dich die nächsten Wochen mal über XY auf!" Junior: "Kein Thema!"
  • Bankkunde zum Berater: "Die Implementierung eines Basel-II-konformen Risikomanagement ist bei uns im Hause kein Thema." Berater: "Ahaa?"
  • Berater auf Verkaufspfaden zum Kunden: "Wie siehts denn aus mit XY?" Möglicher Kunde: "Ist kein Thema hier!"
  • Berater zu anderem Berater:"Was, Du hast noch keine individuellen Ziele mit der Geschäftsleitung vereinbart?" Anderer Berater:"Nee, das war bisher kein Thema für mich."

 

Definition

  • Keine Bedeutung haben.
  • Nicht auf der Tagesordnung stehen.
  • Kein Problem sein.
  • Wird gemacht / Bestätigung / confirm / acknowledge / roger

 

Hintergrund

  • "Kein Thema sein" kann je nach Kontext positiv oder negativ gemeint sein. Die Kurzform "Kein Thema!" bedeutet meistens Bestätigung. Wenn davor oder danach weitere Worte angeordnet sind, wird es problematisch.
  • "Nicht Thema sein" ist dagegen eine andere Sache und hat etwas mit Agendasetting zu tun.
  • Der Lösungsfokus ist entscheidend dafür, ob etwas Thema ist oder nicht

 

R - Eine Runde drehen, über

 


Kollege Walze dreht da noch eine Runde drüber. Dann können wir einen Knopf drann machen und es auf "done" stellen. 

Heinz Blackbarry, Projektleitung über den Fertigstellugnsgrad des Arbeitspaketes A38

 

Beispiele

  • Seniorberater: "Über das Fachkonzept müssen wir noch ne Runde drüber drehen."
  • Geschäftsführer: "Über unsere Web 2.0-Strategie müssen wir noch ein paar Runden drehen."

 

Definition

  • etwas wiederholen
  • über etwas nachdenken
  • etwas abstimmen
  • etwas zur Diskussion stellen und warten
  • etwas auf Wiedervorlage legen

 

Hintergrund

  • Berateralltag: Vor der Landung auf dem Airport dreht der Flieger erstmal ein paar Runden über der Landebahn, bevor es dann eine Punktlandung gibt.

 

Bemerkungen

  • Hat häufig den Charakter: "Gefällt mir noch nicht, aber wenn wir ne Runde drüber drehen oder zwei, gerät es vielleicht in Vergessenheit und ich brauche mich gar nicht mehr damit zu beschäftigen."

 

 

H - Hands on


Von mir gibt es ein Hands-on Workshop. Danach sind sie fit für das Data-Vio-Studio-Expert-Certificate (DVSEC).

Quality Steward, Harald Dalben leitet Workshops bei der IHK und beim Software Vendor

 

 

Beispiele

  • Herr Rübennase von der Firma DiDataDux zu seinen Workshop-Teilnehmern:"Von mir bekommen Sie einen Hands-on Workshop. Nicht viel Theorie, gleich Übungen und Rollenspiele."
  • HR-Tussi:"Wir suchen Hands-on-Projektmanager".

 

Definition

  • praktisch, ohne viel theoretisches Geplänkel.

 

Hintergrund

  • Verwandt mit dem Begriff  "Tangible".  Etwas Anfassbares wird häufig von Beraterinnen und Beratern mit hands-on Skills produziert.
  • Im Beraterwesen gibt es viele Seminare. In diesen Seminaren werden gerne Methoden und Theorien vermittelt. Jeder Berater hat auch selbst schon zahlreiche Fortbildungen hinter sich. Um ausdrücken zu können, dass er schon genug Theorien kennt, nutzt er das Wort "hands-on".
  • Das deutsche Wort "praktisch" würde für ihn zu sehr nach Gartenarbeit oder Handwerkertum klingen. Geben Berater selbst Seminare verwenden Sie das Wort und meinen damit implizit:"Ich habe nicht viel vorbereitet. Am Ende des Tages werden Sie aber trotzdem mit dem Gefühl nach Hause gehen, etwas Tolles geleistet zu haben ."

 

sich (nicht) wiederfinden, in


Der Walze hat sich in der neuen Projektstruktur nicht wiedergefunden und das Finance Transformation Programm verlassen. 

Seniorberater Charles d’Artagnan de Batz-Castelmore

 

Definition

  1. Einer Handlung oder einem Dokument zustimmen können
  2. Seine eigenen Ideen verwirklicht sehen

 

Beispiel

  • Ein Berater zum anderen: "In der letzten Version des Fachkonzeptes hat sich unser Team überhaupt nicht mehr wiedergefunden." Berater B: "Gib das doch mal Michael Walze zum Review. Der wird das wieder hinbiegen."
  • Berater Geier Willy: "Michael Walze hat sich in der neuen Projektstruktur nicht mehr wiedergefunden." (Bedeutet: Er ist als Mitglied des Projektteams in Zukunft nur noch von überschaubarer Bedeutung, sprich: rausgeflogen)

 

Hintergrund

  • Beraterdiplomatie: "Finde ich mich nicht wieder" = "Lehne ich ab." Gerne in Meetings benutzt. Gehört in den Sprachschatz eines jeden Beraters!
  • Achtung! Das Antonym Sich in etwas verlieren weicht von der ursprünglichen Bedeutung ab!

N - im Nachgang (das machen wir dann)

 

"Die Anbindung an FICO (SAP) machen wir im Nachgang"

Projekt-Recke Dr. Marius Dorsch zum Kunden

 

Beispiel

  1. Der Vertrieb hat dem Kunden mal wieder das Blaue vom Himmel herunterversprochen. "Schnittstellen - kein Problem. Anbindung an Ihr SAP-System, performant ohne Ende. Datumsfelder, super flexibel, genau, wie sie es haben wollen." Bei der Implementierung schaut der Kunde dem Berater über die Schulter und bemerkt, dass dieses oder jenes wichtige Feature nicht so funktioniert wie versprochen. Der Berater, der nun das ausbaden muß, was der Vertrieb leichtfertig angepriesen hat, versucht Zeit zu gewinnen: "Die Anbindung an das SAP-System werden wir dann im Nachgang implementieren".

 

Definition

  • Eine Anforderung aufnehmen und diese zu einem späteren Zeitpunkt einrichten. Euphemismus für: "Das kriege ich jetzt nicht hin und es ist auch nicht 100% gewährleistet, dass ich das überhaupt hinkriege". 
  • Während Beratungsfirmen, die gleichzeitig auch Software lizensieren, öfter mal was "im Nachgang" versprechen müssen, kann der unabhängige Berater immer noch auf die Grenzen der Software hinweisen.
  • Software Anbieter (wie SAP, SAS etc..) verkaufen ihr Solutions weit bevor sie ausgereift sind. Fehlende Funktionalitäten, werden im Nachgang auf dem Projekt beim Kunden eingearbeitet und als "Customization" verkauft. Dabei verdienen sich dann noch andere Beratungsunternehmen (Deloitte, Accenture etc...) eine goldene Nase.

 

Anmerkung

  • Während Beratungsfirmen, die gleichzeitig auch Software lizensieren, öfter mal was "im Nachgang" versprechen müssen, kann der unabhängige Berater immer noch auf die Grenzen der Software hinweisen. Möglichkeit, den Vorführeffekt zu vermeiden.
  • Gerade Softwareanwendungen leben, davon halbfertig zu sein. Es ist bekannt, dass Software erst beim Kunden nachreift, wie etwa grüne Bananen. 
  • Wer richtig Tekki2.0-mäßig rüberkommen möchten, verwendet noch weitere Begriffe, wie "einpflegen", "geradeziehen", "aufbohren" und "breitklopfen".
  • Irgendwann riecht der Kunde den Braten! Also nicht zu oft verwenden! Unbedingt dann "im Nachgang" in der eigenen Firma Druck machen, dass der Kunde das Zeugs auch geliefert bekommt. Die Beraterfirma muss sich dann eben mal lang machen, um die Versprechen einhalten zu können.
 
 

F - Fallschirmlösung, die

Wir haben uns auf eine Fallschirmlösung geeinigt, falls die S4 Hanna-Migration in die Grütze geht.

Berater Schmillenburg (lässig aus der Hose atmend)

 

Beispiel

  • Berater Schmillenburg: "Wir haben uns auf eine Fallschirmlösung geeinigt. Wenn die T-Mix-Feature-Anbindung nicht klappt, dann haben wir immer noch den einfachen csv-Output."

 

Definition

  • Notlösung, d.h. eine Fallback-Option  (siehe Fallback-Option)

 

Hinweis

  • Fallschirmlösung ist quasi Lender of last resort. Hat der Kunde Interesse an der weiteren Zusammenarbeit, stimmt er dieser Lösung zu. Wenn nicht, lässt er Sie fliegen - huuui, jupheidi!

Jemanden eher sehen in

"Ich sehe Herrn Walze weniger in der Rolle des Projektleiters. Er ist mehr als Technical Lead unterwegs."

Heinz Blackbarry, Projektleitung

 

Beispiel

  • Heinz Blackbarry: "Ich sehe Herrn Walze weniger in der Rolle der Projektleitung. Ich sehe in mehr in der Rolle des Technical Advisors".
  • Start-up-Profi zu einem seiner Schnuffis, die für ihn die Drecksarbeit machen sollen: "Herald, für das Bereitstellen des Contents, da würde ich hauptsächlich Dich sehen"

 

Definition

  • Jemanden für eine Arbeit oder Rolle geeignet halten.
  • Jemanden die Kompetenz absprechen.
  • Jemanden für eine bestimmte Tätigkeit einspannen wollen

 

Hintergrund

  • Im Berateralltag werden Aufgaben und Tätigkeiten hin und her geschachert. Die Redewendung des "jemanden in etwas sehen" umschifft, die Klippe der persönlichen Wertung der Kompetenz, die implizit mit einer Tätigkeit verbunden ist. Kommt ein wenig schleimig daher, ist aber recht wirksam.